AOVE-Führung "Kirche und Wirtshaus mit Pfiff" auf dem Frohnberg ein voller Erfolg

So viele Leute... Wer hätte das gedacht, meinten wohl viele der Teilnehmer, als sich auf dem Frohnberg zur Veranstaltungsreihe „Kirche und Wirtshaus mit Pfiff“ über 150 Interessenten einfanden. Ortspfarrer Dr. Christian Schulz freute sich, gleichsam als Hausherr der Marien-Wallfahrtskirche „Zu unserer lieben Frau“ und der Frohnbergwirtschaft über das große Interesse an der Kirchenführung.

Die AOVE-Kulturführerin Evi Eckl informierte umfassend über den Ursprung der Wallfahrt und die Entstehung der Wallfahrtskirche sowie deren Innenausstattung. Bis ins 8. Jahrhundert lässt sich aufgrund von Ausgrabungen im Umfeld der Lourdeskapelle auf Schautafeln im Außenbereich der Kirche die Geschichte des Frohnbergs zurückverfolgen. Eine urkundliche Erwähnung erfolgte erstmals im Jahre 1188. Von einem Patrozinium St. Peter wird 1468 berichtet.

Die jetzige Wallfahrtskirche im Volksbarock mit dem Patrozinium Mariä Himmelfahrt entstand in relativ kurzer Bauzeit von 1723 bis 1725 mit beachtlichen Hilfeleistungen und Spenden der Bürger. Der Innenraum ist kunsthistorisch wertvoll ausgestattet. Der Hochaltar wurde um 1730 errichtet. Dessen Altarbild beinhaltet die Himmelfahrt und die Krönung Mariens im Himmel. Die Deckengemälde zeigen Darstellungen aus dem Leben der Gottesmutter.

Oberhalb des Tabernakels befindet sich das Gnadenbild mit der aus Lindenholz geschnitzten sitzenden Maria mit Jesuskind. Im hinteren Teil der Kirche befinden sich viele interessante Votivbilder u.a. mit der ältesten Darstellung von Hahnbach aus dem Jahre 1778. An der Chorbrüstung ist mit vier Bildern die Geschichte des Frohnbergs von 1269 bis 1753 dargestellt.

Im 1753 fertiggestellten Kirchturm befinden sich drei Glocken, dessen Geläut noch händisch mit Seilen bedient wird. In all den Jahren waren umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen notwendig. Letztmals von 2011 bis 2013 im Außenbereich mit Sanierung des Dachstuhls und Glockenturmes sowie der Neugestaltung des Kirchplatzes mit einem Kostenaufwand von 1,8 Millionen Euro. 2011 wurde auch der architektonisch kühne Freialtar für die hauptsächliche Nutzung während der Bergfestwoche um das Patroziniumsfest Mariä-Himmelfahrt (15. August) erbaut.

Durch Initiative von Pfarrer Michael Märkl wurde 1982 von der Nordseite her der Kreuzweg mit 143 Stufen neu errichtet und wird von den Fußwallfahrern als eine Idylle bezeichnet. Von den benachbarten Pfarreien Poppenricht, Rosenberg Herz-Jesu und Sulzbach St. Marien wird die Kirche gerne als Wallfahrtsziel genutzt. Für viele Brautpaare ist sie ein willkommener Ort zur kirchlichen Eheschließung.

Im Anschluss an die Führung sorgten die vier Hahnbacher Alphornbläser mit beeindruckenden Musikstücken auf dem Kirchplatz für den richtigen Pfiff.

In der angrenzenden Frohnbergwirtschaft informierte der Hahnbacher Hobbyheimatkundler Herbert Demleitner über deren Entstehung. Ihre Geschichte ist eng mit der Wallfahrt verbunden. Die Klause (Wohnhaus) in der heutigen Form wurde um 1750 vorwiegend als Wohnung für die Kirchenwächter erbaut.

Ein Wirtschaftsbetrieb wurde 1926 vom Metzger Paul Lobenhofer mit seiner Frau Anna beantragt. Die Wohnstube wurde für max. 25 Plätze eingerichtet und an der Rückseite des Hauses eine Abortanlage angebaut. Nach Angaben des Wirtes wurden im Jahre 1934 schon 90 Hektoliter Bier ausgeschenkt. Die beengten Platzverhältnisse führten dazu, dass 1936 eine einfache Bierhalle gebaut und nach dem 2. Weltkrieg von der Malteser-Brauerei übernommen wurde. Zwischen der Klause und der Wirtschaft befand sich ein Kellergewölbe, das als Bierdepot diente.

1988 wurde anstelle der abbruchreifen Halle durch die Pfarrgemeinde die jetzige Wirtschaft für über 900.000,- DM erbaut, wozu die Marktgemeinde Hahnbach 400.000,- DM beisteuerte. Nach mehreren Pächterwechseln betrieben von November 2003 bis Ende Mai 2016 Josef und Erika Fenk die Gaststätte. Nun wird sie vom Ehepaar Inge und Herbert Lindner geführt. Wegen seiner ruhigen Lage wird das Lokal neben den Wallfahrern von Wanderern, Radfahrern und vielen anderen Gästen aus der Umgebung auch für Familienfeiern geschätzt. Bei passender Witterung lockt der Biergarten mit alten Bäumen und großer Terrasse zur Einkehr.

Alle Plätze waren in der Wallfahrtskirche besetzt.

Kompetent und unterhaltsam informierte Evi Eckl über die Frohnbergkirche.

Die Hahnbacher Alphornbläser sorgten für den richtigen „Pfiff“.

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