Blind durchs Marktfest. Warum nicht?

Stellen Sie sich vor, Sie wären blind und gingen durch die Hauptstraße am Marktfest. Ihre Nase und Ihre Ohren würden Ihnen trotzdem Vieles verraten.

Sollten sie aus der Kirche mit Ihrem Blütenduft kommen, so würde Ihnen zuerst intensiver süßer Duft nach Früchten in die Nase steigen, und zwar vom Süßigkeitenstand der Familien Gebert. Ein paar Meter weiter schon duftet es nach Torten, Kuchen und Kaffee vom Frauenbund und das Klappern von Flaschen und Maßkrügen vom Paulersen wäre sicher nicht zu überhören. Schnitzel- und Bratwurstduft von der Feuerwehr, viel Lachen und heitere Stimmung hört man dann vom „scharfen Eck“. Gleich daneben duftet es nach „Mittelmeer“ und Pizzen.

Doch zwei-drei Meter weiter ändert sich der Geruch und die Nase weiß: hier gibt’s frisch geschnittenen Radi, Brezen und Bauernbrot. Dann wieder die Ausschankgeräusche und der Bratwurstduft vom Hanserl und vom Ritter, und leise dringt vielleicht ein feines Gläserklirren vom Weinstand des MGV an Ihr Ohr. Sicher hören Sie auch die Kinder, welche mit Freiwilligen des Sportvereins Spiele machen. Die Torten der Frauen-Union locken und auch die Öztürk-Döner, allerdings mit einem völlig anderen nasalen Ergebnis. Gegenüber ahnt man die Süßigkeiten der Kegler und hört die angespannten Kinderrufe beim Hasenrennen oder dem Spickerstand. Ob man auch die Carrerabahn der CSU identifizieren kann? Doch schon lange bevor man beim Fischereiverein ankommt, weiß man: hier gibt Steckerfisch und Lachs- und Fischsemmeln mit viel Zwiebeln.

Noch einmal hört und riecht es nach vielen verschiedenen Getränken und die letzte Duftspur führt in Richtung Oberes Tor noch einmal zu den Crêpes des Waldkindergartens. Auch mit einer großen Bandbreite an Musikdarbietungen wird man beschert und kann so von „Oldies“ über Bayrisches bis hin zu moderner Discomusik sich treiben lassen. Doch warum sollte man die Augen verschließen, wenn so hübsche Kirwamoila unterwegs sind?

Top