Evangelisches Gemeindefest in diesem Jahr ohne weltlichen Teil

Für die evangelische Kirchengemeinde ist es zur Tradition geworden, am ersten Juli-Sonntag ihr Gemeindefest zu feiern. Wegen der Coronakrise musste heuer auf den weltlichen Teil mit Bewirtung und Unterhaltungsmusik verzichtet werden. Dennoch freute sich am Vormittag der Vorsitzende des Fördervereins Andreas-Raselius-Haus, Günter Winter, beim Gottesdienst im Freien auf dem Vorplatz des Gemeindehauses über viele, auch katholische Teilnehmer. Passend zum Wetter spielte eingangs Kirchenmusikdirektor Gerd Henneke auf dem E-Piano die Melodie von „Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser schönen Sommerzeit“. Diakonin Irene Elsner legte in der Predigt ein Bild des schiefen Turm von Pisa zugrunde und bezeichnete ihn als Faszination des Schrägen und Nicht-Perfekten. Letzteres könne uns Menschen Mut machen angesichts all dessen, was bei uns selbst nicht so perfekt ist. So können uns die aktuellen Auflagen und Maßnahmen wegen der Coronakrise auch etwas schräg vorkommen. Der Virus habe wie der Turm von Pisa Perspektiven verrückt. Dennoch bringe eine Krise nicht nur schlechtes mit sich, sie habe immer zwei Seiten. So wie die Erbauer des Turmes wohl lange über einen Abbruch nachgedacht haben, können auch wir aus dieser Krise Positives lernen und gestärkt hervorgehen. Das Zitat des amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr: „Gott gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit das eine vom andern zu unterscheiden“ könne dabei Hilfestellung geben.

Viele evangelische und katholische Gläubige versammelten sich auf dem Vorplatz des Andreas-Raselius-Hauses zum Gemeindefest-Gottesdienst.

Diakonin Irene Elsner ermutigte in der Predigt, aus der Coronakrise Positives zu lernen.

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