Festspiel "900 samma" erst im Jahr 2022

Jetzt wird lieber später als zu früh gejubelt, im Jubiläumsjahr des Marktes Hahnbach. Da 1121 der Name „Hanenbach“ nachweislich auf einer Urkunde – bislang zum ersten Mal – nachgewiesen ist, wollte die Marktgemeinde dies auch gebührlich mit „900 samma“ feiern. Doch, wie so vielem, hat nun die Corona-Epidemie auch manchen geplanten Veranstaltungen hier einen Strich durch die Rechnung, bzw. die Festivitäten gemacht.

So musste Bürgermeister Bernhard Lindner nun die Hauptattraktion, das Festspiel absagen. In einem Brief ans Festkomitee vermerkt er, dass „im Austausch und im Einvernehmen mit dem Festspielleiter Jürgen Huber, dem Co-Regisseur Thomas Fenk und dem musikalischen Leiter Sam Kraus festgelegt wurde, dass unter den derzeitigen Rahmenbedingungen das Festspiel im Mai/Juni 2021 nicht umsetzbar“ sei. Denn unter realistischer Betrachtung hätte der Probenbetrieb mit ca. 75 Mitwirkenden im Januar 2021 starten sollen, was aber derzeit nicht realisierbar ist. Schon habe man sich der Unterstützung aller Mitwirkenden versichert und die Aufführungen an der Freilichtbühne auf dem Frohnberg auf das Jahr 2022 verlegt. Auch Bühne, Lichtshow, Technik und manches mehr konnten noch rechtzeitig umgebucht werden.

Ein Fortführen im Jahr 2022 sei zudem durchaus zu rechtfertigen, meint auch Heimatpflegerin Marianne Moosburger, da jene Urkunde mit dem Ministerialen Erkinbertus de Hanenbach am 2. November 1121 ausgestellt worden sei und man dieses Datum auch als „Auftakt“ nehmen und einige Festivitäten ins kommende Jahr transferieren könne.

Viele weitere Angebote für 2021 können aber doch höchstwahrscheinlich durchgeführt werden, wenngleich wohl natürlich unter „Corona-Bedingungen“, als mit Maske und Abstand.

Beginnen sollen sie mit „Kirche und Wirtshaus mit Pfiff“ um 17 Uhr am 18.April 21. Die Heimatpflegerin Marianne Moosburger wird durch die Pfarrkirche St. Jakobus führen, wo der Organist Wolfgang Rau die jeweiligen Bauschritte mit einer passenden Orgelmusik aus jener Zeit und kurzen Erklärungen dazu ergänzt. Ausklingen soll der Abend im Gasthof Ritter, zu dem es weitere Informationen geben wird. Die AOVE, KEB, EBW, die Kulturwerkstatt Amberg, Auerbach, Landkreis, Hirschwald laden dazu ein.

Eine weitere Kirchenführung mit Marianne Moosburger, allerdings dann in der Wallfahrtskirche auf dem Frohnberg, in Zusammenarbeit mit der AOVE, ist für den 8.8.21 um 14 Uhr geplant.

Gespannt darf man auch auf die „Frohnbergszenen“ sein, die ein achtköpfiges Team in historischen Kostümen am 2.5. und 12.9.2021 ab 15 Uhr anbieten will. Marianne und Josef Moosburger, Gretl Mildner, Silvia, Mia und Adrian Wainio, Lars Romfeld, Renate Winter und unterstützt von Elisa Romfeld möchte man auf dem Bergplateau in einem ca. 90 minütigen Rundgang in „Sieben-Meilen-Schritten“ die Geschichte dieses „heiligen Bergs der Hahnbacher“ miterleben lassen. Als Veranstalter fungiert auch hier die AOVE, welche im neuen Jahr bereits limitierte Anmeldungen entgegennehmen wird.

Corona-unabhängig wird auch der „Weltteppich“ des Obst- und Gartenbauvereins am 24.7.21, am Patrozinium von St. Jakobus zu bestaunen sein. Weltweit sollen an diesem Jakobifestsonntag vor den Stationskirchen jene aus Spanien koordinierten bunten Jakobussymbole die Menschen verbinden.

Etwas weniger sicher sind leider (noch) die geplanten Feste und Konzerte, wie der „Mej Lädda: Täterä Hahnbach“ – Mundarttag am 9.6.21 oder das Jubiläumssommernachtsfest des MGV Ursulapoppenricht. Dieses soll unter dem Motto „Summa, bleib no a weng!“ am 19.6.21 ab 18 Uhr am Feuerwehrhaus in Ursulapoppenricht als „gesellige Veranstaltung mit Gesang“ stattfinden. Auch die Konzerte und Festivitäten des MGV Sangesfreude Hahnbach und Umgebung am 3.7. in Kümmersbuch und am 2.10. in der Josef-Graf-Halle, der evangelischen Gemeinde am 4.7. am Andreas-Raselius-Haus oder des Gemischten Chors am 17.7.21 in der Josef-Graf-Halle ab 19.30 Uhr. Auch das Weinfest der Soldaten- und Reservistenkameradschaft im Färbergarten am 21.8.21 oder das 50jährige bereits verschobene Gründungsfest des Frauenbunds Hahnbach hoffen auf eine Besserung der epidemischen Lage.

Im Herbst hat man für den 10.9.21 den Vortrag „Tourismus im Dritten Reich“ des Archivars David Austermann im großen Sitzungsaal des Rathauses geplant. Die „kuli-narrische Marktführung“ mit Marianne Moosburger am 10.10.21 ab 17 Uhr, bei der ein an verschiedenen Stationen Informationen und ein Drei-Gänge-Menü in verschiedenen Gaststätten angeboten wird, hängt ebenfalls vom Pandemieverlauf ab. Auch kann sicher noch niemand sagen, ob das „Sommer-Vilsschwimmen für Jedermann“ mit einer abendlichen Lampionsfahrt auf der Vils der Wasserwacht Hahnbach sprichwörtlich „ins Wasser fallen“ muss. Theoretisch gäbe es auch eine Lesung von Texten der verstorbenen Hahnbacher Literaten Rudolf Schieberl. und Ria Berg für die Senioren der Gemeinde und im November die Kegel-Marktmeisterschaften der 1.SKK Sichere Kugel Hahnbach. Auch der Schützenverein Edelweiß Süß würde gerne eine Jubiläumsscheibe ausschießen lassen und hofft auf „bessere Bedingungen“.

In Zusammenarbeit mit Lehrkräften und Schülern der Max-Prechtl-Grundschule soll darüber hinaus ein Geschichtsweg auf der Gockelwiese entstehen, den man zum Jahrtag der Ausstellung jener Urkunde, am 2.11.21, eröffnen will.

„Was bleibt ist die Hoffnung“, dass trotz allem ein wohl etwas „entzerrtes Jubiläumsjahr“ gut über die – dann nächstes Jahr vorhandene – Bühne gehen wird, hofft nicht nur der Arbeitskreis zum Jubiläum.

Top