Mehr Biodiversität in Privatgärten

Einen gezielten Anreiz zu mehr Biodiversität in Privatgärten setzt der Markt Hahnbach. Erfüllt ein Garten die Naturgartenzertifizierung des Landkreises Amberg-Sulzbach reicht die Marktgemeinde für Gärten im Gemeindegebiet Hahnbach einen Bonus von 200,- Euro aus. Weitere 50 Euro winken, wenn auf dem zertifizierten Grundstück auch eine begrünte Dachfläche vorhanden ist.

Private Haus- und Kleingärten stehen sinnbildlich für das große Potenzial, was für die Natur und Umwelt geleistet werden könne. Die besonders umweltschonende Bewirtschaftung der Gemüse- und Zierbeete sowie extensive Bienenweiden und vielfältige Gehölzstrukturen seien ein Beitrag, die Biodiversität zu steigern. Verwendet würden weder Torf noch chemische Pflanzenschutzmittel. Mit der Plakette "Bayern blüht - Naturgarten" prämiert der Landkreis Amberg-Sulzbach manch grünen Daumen, den die Marktgemeinde nun mit einem Geldpräsent zusätzlich entlohnt. „Insbesondere, wenn es blüht, summt und brummt, ist das Geld gut angelegt“, ist sich Bürgermeister Bernhard Lindner sicher. Flankierend sollen auch Informationsveranstaltungen rund um das Thema Natur im Garten für Interessierte angeboten werden.

Wer an einer Naturgartenzertifizierung des eigenen Gartens interessiert ist, kann sich an das Kreisgartenamt wenden. Kreisfachberaterin Michaela Basler berät die Gartenbesitzer und führt die Zertifizierung in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine durch. Anmeldungen sind auch über das Rathaus möglich. Diese bayernweite Aktion ist für alle, die einen artenreichen Naturgarten ihr eigen nennen. Nach erfolgreicher Zertifizierung erhalten die Teilnehmer eine Urkunde und die Plakette „Bayern blüht – Naturgarten". Die Schutzgebühr für die Plakette trägt ebenfalls der Markt Hahnbach, falls ein Teilnehmer nicht Mitglied eines Obst- und Gartenbauvereins ist.

Die Kriterien im Überblick:

a) Pflichtkriterien, die alle erfüllt sein müssen: Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel, Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger, kein Einsatz von torfhaltigen Substraten zur Bodenverbesserung, Biodiversität: hohe ökologische Vielfalt im Garten vorhanden.

b) Naturgartenelemente: „Wildes Eck", zulassen von Wildkraut, Wiese und Wiesenelemente, Vielfalt der Lebensräume, Laubbäume, Blumen, blühende Stauden als Insektennahrungspflanzen, standortgerechte blühende und fruchtende Sträucher und Gehölze.

c) Bewirtschaftung und Nutzgarten: Gemüsebeet und Kräuter, Kompost, Mischkultur – Fruchtfolge – Gründüngung – Mulchen, Nützlingsunterkünfte, Nisthilfen, Obstgarten und Beerensträucher, Regenwassernutzung und sparsame Bewässerung, umweltfreundliche und regionaltypische Materialwahl.

Der Marktgemeinderat ist sich sicher, zum Start in die Gartensaison den einen oder anderen für die Weiterentwicklung seines Gartens in einen Naturgarten zu begeistern. Gedacht ist die Unterstützung gerade auch für Häuslebauer, die kostenlos Beratung für die Neuanlage erhalten und sich am Ende über ein Zertifikat samt Bonus für ihren Naturgarten freuen können. Für alle öffentlichen Flächen der Gemeinde ist die Erarbeitung eines gemeinsamen AOVE-Biodiversitätskonzepts geplant. Ein passendes Vorbild dafür ist die Anlage einer Streuobstwiese mit verschiedenen Strukturelementen und sogar einem eigenen Bienenvolk auf der Süßer Höhe, die in Zusammenarbeit mit dem Hahnbacher Obst- und Gartenbauverein entsteht.

Bürgermeister Bernhard Lindner hofft auf viele Teilnehmer an der Aktion „Biodiversität in Privatgärten“.

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