Neufestlegung Wasserschutzgebiet Hahnbach

Mit einer Neufestlegung seines Wasserschutzgebietes reagiert der Marktgemeinderat auf den gemeinschaftlichen Rahmenbetriebsplan zum geplanten Sandabbau „Sandholz“ der Firma Strobel Quarzsand GmbH, Freihung und der Firma Asmanit Dorfner GmbH & Co. Mineralaufbereitungs KG, Hirschau. Zur Sicherung der Rohstoffversorgung planen die beiden Unternehmen einen neuen Tagebau mit der Bezeichnung "Sandholz" zur Gewinnung von Quarzsand auf dem Gebiet der Gemeinde Gebenbach zu errichten und zu betreiben. Das Abbauvolumen entspricht bei einer vorgesehenen Gesamtflächeninanspruchnahme von etwa 49 ha etwa 6,6 Mio. m³. Ein Abbauzeitraum von etwa 30 Jahren ist vorgesehen.

Neben dem großflächigen Eingriff in Natur und Landschaft auf der Südflanke des Süßer Berges geht es aber dem Hahnbacher Marktgemeinderat in erster Linie um den Schutz seines Trinkwassers. Dazu hat der Markt Hahnbach eigens eine hydrogeologische Untersuchung beauftragt, die Frau Dipl.-Ing. Dr. Katharina Vujevic vom beauftragten Büro R & H Umwelt GmbH aus Nürnberg in der Sitzung des Marktgemeinderates vorstellte. Der geplante Sandabbau Sandholz befindet sich südlich des bestehenden Wasserschutzgebiets der Quellen im Tannenschlag. Die Quellen im Tannenschlag werden vom Markt Hahnbach zur Trinkwasserversorgung der Ortschaften Hahnbach, Süß und Schalkenthan genutzt. Bei dem Wasser der Quellen im Tannenschlag handelt es sich um sehr weiches, gering mineralisiertes Wasser von chemisch und mikrobiologisch sehr guter Qualität, so dass zur Aufbereitung lediglich eine Entsäuerung notwendig ist. Diese qualitativ und quantitativ hochwertige Ressource gilt es langfristig zu sichern. Im Zuge der Neufestlegung wurde das bestehende Schutzgebiet überprüft. Dazu wurde zunächst das Grundwassereinzugsgebiet der Quellen im Tannenschlag ermittelt. Der bisherige Zuschnitt des Trinkwasserschutzgebiets der Hahnbacher Versorgung stellte auf die Existenz des Schutzgebietes der Kainsrichter Quellen (Gemeinde Gebenbach) ab, welches weggefallen ist. Aufgrund dieses Wegfalls ist eine Neuarrondierung des Trinkwasserschutzgebietes unumgänglich, da es in der Vergangenheit keine Rolle spielte, ob gewisse Bereiche durch das eine oder das andere Trinkwasserschutzgebiet geschützt worden sind. Dazu wurde das Grundwassereinzugsgebiet der Quellen im Tannenschlag ermittelt und darauf aufbauend überprüft, ob der durch die bestehenden Regelungen der Schutzgebietsverordnung gewährleistete Schutz des genutzten Grundwasserleiters zur Sicherung der Trinkwasserqualität ausreicht.

Nach Auswertung von geologischen und hydrogeologischen Daten sowie einer Grundwasserstichtagsmessung ergibt sich ein Grundwassereinzugsgebiet, dessen Abgrenzung sich mit den Erkenntnissen des dem Rahmenbetriebsplan beigefügten „Hydrogeologischen Gutachtens zum Tagebau Sandholz, Kainsricht“ deckt: Aus dem nördlichen Teil des geplanten Abbaugebietes  strömt das Grundwasser nach Nordwesten hin den Quellen im Tannenschlag zu. Südlich dieser unterirdischen Wasserscheide verläuft die Grundwasserfließrichtung nach Süden bzw. Südosten. Beide hydrogeologische Gutachten kommen zum Ergebnis, dass die nördlichen Teilbereiche des geplanten Sandabbaus im Einzugsgebiet der Quellen im Tannenschlag liegen. Diesen Teil zog der Marktgemeinderat einstimmig in den Geltungsbereich des neuen Wasserschutzgebietes ein. Die künftige Schutzgebietsverordnung fordert im Fall der Errichtung von Sandgruben eine Überdeckung des Grundwasserleiters mit einer Restmächtigkeit von 20 m, um die Schutzfunktion der Grundwasserüberdeckung zu gewährleisten. Der Rahmenbetriebsplan sieht dagegen einen geplanten Abtrag der Grundwasserdeckschichten bis auf 3 m über den Grundwasserspiegel vor. Durch diese Reduzierung der Deckschichten würde außerdem die Gefahr von Grundwasserverunreinigung durch Betriebsstoffe der Abbaumaschinen und Transportfahrzeuge oder bei Havarien von Fahrzeugen auf dem Postweg befürchtet. Auch im Hinblick auf eine Reduzierung von Einträgen von Spritzmittel und Dünger aus der Landwirtschaft waren sich die drei Fraktionen des Marktgemeinderates einig, das künftige Schutzgebiet zusätzlich auch in östlicher Richtung zu erweitern.

Die Einbeziehung der Flächen südlich des sog. Postweges in das Wasserschutzgebiet der Quellen im Tannenschlag erachtet der Marktgemeinderat mit Bürgermeister Bernhard Lindner (5. von rechts) für dringend erforderlich.

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