Restaurierte Marienstatue wieder zurück in der Lourdeskapelle auf dem Frohnberg

Hervorragend restauriert ist die Marienstatue in der Lourdeskapelle auf dem Frohnberg nun wieder zurück an ihrem seit über 130 Jahren angestammten Platz. Im Marienmonat Mai brachte sie der Riedener Restaurator Jürgen Hausner nach über 50 Arbeissstunden zurück. Freudig wurde er dort vom Pfarrer Dr. Christian Schulz, dem Kirchenpfleger Georg Münch und Markus Heidlinger, dem Beauftragten des Pfarrgemeinderats erwartet. Pfarrer Schulz wird sie am 3.Juni, am Fest Fronleichnam, im Rahmen eines Gottesdienstes am Freialtar auf dem Frohnberg um 9.30 Uhr segnen.

Den interessierten Restaurator informierte die Heimatpflegerin Marianne Moosburger darüber, dass die beiden äußeren Säulen an der Eingangsseite nach Westen hin wohl die ältesten Teile der jetzigen Lourdesgrotte seien. Diese stammen wahrscheinlich sogar noch aus dem Mittelalter, als auf dem Frohnberg ein Petruskirchlein Ziel vor allem der wallfahrenden Fischer und Kaufleute war. Der kleine Satteldachbau liegt zudem auf historischen Boden, nämlich im ehemaligen Geviert einer Burg der Ministerialen, sprich kleinadeligen Dienstherren, auf dem Frohnberg, ergänzte sie. Der bekannte Archäologe Mathias Hensch wies dort einen mächtigen Burgturm und weitere Gebäudereste aus dem 12. Jahrhundert nach, worauf auch eine Informationstafel am Zugang zur Kapelle hinweist.

Der derzeitige Zustand der Kapelle stammt im Kern aus dem 17. Jahrhundert. Lange Zeit aber war dort eine Statue mit dem leidenden Christus an der Geiselsäule. Diese befindet sich nun hinter Glas im Osten, außen an der Apsis der Wallfahrtskirche. Auch weiß man, dass damals in der kleinen Kapelle sogar Eucharistiefeiern gehalten wurden.

Vom 11.2. bis zum 16.7.1858 sah Bernadette Soubirous im südfranzösischen Massabielle bei Lourdes eine Erscheinung, die sich ihr als „Immaculata Conceptio“, als die „unbefleckte Empfängnis“ offenbarte. Aufgrund des glaubhaften Zeugnisses des armen Müllermädchens und nach wunderbaren Heilungen durch die an der Grotte austretende Quelle, wurde vier Jahre später diese Marienerscheinung kirchlich anerkannt. 1864 fertigte der Bildhauer Hugues Fabisch nach den Angaben von Bernadette eine Statue, deren Verehrung sich auch in Kopien bald weltweit verbreitete.

Verehrer der Muttergottes von Lourdes fanden sich auch in der Hahnbacher Gegend und so wurde 1897 die Kapelle in eine Lourdeskapelle mit einer Grotte aus Tuffsteinen umgewandelt. 1898 stellte Pfarrer Franz Seraph Kutschenreiter die Gipsmadonna auf, welche von der Kötzersrichter Familie von Stefan und Margareta Dorner, Hausname „Stoffl“ gespendet worden war. Zum Dank und als Anerkennung schenkte er ihnen eine ca. 43 mal 36 cm große Glocke vom Geläut der Frohnbergkirche, das sowohl 1837 und dann wieder 1901 ausgetauscht werden musste. Auf der gegossenen Glocke befindet sich ein Medaillon mit Maria und dem Jesuskind und der Aufschrift „SANTA MARIA; MATER DEI; ORA PRO NOBIS; ANNO 1678“, also „Heilige Maria, Mutter Gottes, Bitte für uns“.

Diese fand ihren Ehrenplatz über der Hofeinfahrt. Seit dem Neubau des Anwesens durch die Familie Hedwig und Hans Heidlinger ist sie an der Giebelseite des Stadels angebracht und wird bei jedem Sterbefall im Ort zum Gebet geläutet.  

Seitdem ist die Kapelle für ungezählte Pilger ein Kraftort, den sie mit größeren und kleineren Rosenkränzen und weiteren Andachtsgegenständen schmücken. Liebevoll werden sie und auch der Platz vor dem großen Kreuz das ganze Jahr über ehrenamtlich gepflegt. Seit über 11 Jahren sind Inge und Dieter Klober mindestens alle 14 Tage dort zugange, um sie mit Blumen zu schmücken und nach Bedarf zu reinigen. Davor hatten Anna Puff und Margarethe Biehler jenen Dienst jahrelang freiwillig und zuverlässig übernommen.

Da in ihr auch Kerzen geopfert werden können, kam es aber immer wieder zu Kerzenbränden, die zwar meist schnell gelöscht werden konnten, doch Raum und Einrichtung verrußten. Auf Anregung von Markus Heidlinger wurden nun die Bimssteine, die Rosenkränze und das ganze Interieur gründlich gereinigt und restauriert. Als Restaurator für die über 1,50 Meter große Marienstatue wählte man Jürgen Hausner, einen bekannten Meister für Kirchenrestaurierungen aus Rieden.

Beibehalten wurden auch deren Ursprungsfarben. So symbolisiert ihr weißes Gewand die Reinheit der „Ohne-Erbsünde-Empfangenen“. Der blaue Schal verweist auf die sie bewahrende himmlische Kraft, welche in unbegrenzter Ferne und Tiefe die Gegenwart Gottes und das Irdische verknüpft. Zwei Rosen zu ihren Füßen, dem bevorzugten Symbol für die Gottesmutter Maria, sollen von Tugend, Schönheit und Liebe zeugen, aber auch auf die Flüchtigkeit des Lebens und damit auf das Jenseits verweisen.

Auch dieses Mal war man mit der Arbeit des Kirchenmalers mehr als zufrieden und Pfarrer Dr. Christian Schulz dankte ihm mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“ und ebenso Markus Heidlinger für vielfältige Dienste und dem Kirchenpfleger Georg Münch für seinen Einsatz.

Die Wahl des Restaurators war auf den Riedener gefallen, das dieser bereits vor zwei Jahren, auf Anregung von Franz-Josef Rauch aus Kötzersricht, den schwer beschädigten Korpus des Kruzifixes neben der Kapelle in fast 100 Arbeitsstunden vorbildlich saniert hatte. Dieser war 1967 unter Pfarrer Michael Märkl mit einem Kreuz aus Fichtenholz angeschafft worden, den aber ein Unwetter irreparabel zerstörte. Seit 1994 war er an einem neuen Eichenkreuz befestigt, das unter Pfarrer Günter Vogl von Alfred Fleischmann und Martin Heldmann angefertigt und aufgerichtet wurde. Gestiftet wurde der Stamm von Alois und Maria Hoffmann, geb. Mittermeier, aus Oberschalkenbach. Begonnen hatte die Kalvariendarstellung aber bereits 1896. Damals stiftete der Ausnahmbauer Andreas Winkler aus Höhengau drei Holzkreuze, dazu die auf Blech bemalten Figuren des Jesus Christus, der zwei Schächer und darunter die Gottesmutter. Diese sind aber mittlerweile verrostet und entsorgt.

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