Stehende Ovationen beim 22. Jahreskonzert der Hahnbacher Marktbläser

Stehende Ovationen und Komplimente von allen Seiten gab es für die Hahnbacher Marktbläser am Ende ihres 22. Jahreskonzertes. Mit ihrer zweieinhalbstündigen Vorstellung setzten die Musiker unter der Gesamtleitung von Benno Englhart in der voll besetzten Josef-Graf-Halle ein musikalisches Ausrufezeichen im kulturellen Leben der Marktgemeinde. Kompetent und unterhaltsam unterstrich dazu der Ortspfarrer Dr. Christian Schulz auch in diesem Jahr mit seiner Moderation die Musikstücke, ergänzt durch eine digitale Präsentation von Matthias Siegert-Strobl und seinem Bruder Alexander.

Mit der Intrada „Apertum“ aus der Feder von Thiemo Kraas, gelang dem Orchester ein fulminanter Einstieg in den Abend. „Kennen Sie Franz von Suppé?“ – Diese Frage war titelgebend für das große Potpourri, arrangiert von Norbert Studnitzky, zu hören. Spätestens bei der „schönen Galathe“, der Titelmelodie zur Fernsehserie Kir Royal oder der Ouvertüre zur Operette „Leichte Kavallerie“ erkannte man den Komponisten. Auch in den folgenden „La Traviata Highlights“ erklangen bekannte klassische Töne aus der gleichnamigen Oper.

„Steigen Sie ein in den Starlight Express und lehnen Sie sich zurück“ lautete die Einladung der Marktbläser an ihr Publikum, bevor sie Highlights des Erfolgsmusicals von Andrew Lloyd Webber zum Erklingen brachten. Lena Schmalzl (Trompete) und Andrea Fenk (Saxophon) glänzten ohne erkennbares Lampenfieber dabei als Solistinnen. Naturverbundenheit demonstrierte der Posaunen-Walzer „Gruß aus den Bergen“ mit Stefan Wittmann an der Solo-Posaune und lösten bei Pfarrer Schulz Sehnsuchtsgefühle nach seiner alten Heimat in den Bergen aus. Einen mächtigen und besonders klangvollen Abschluss der ersten Konzerthälfte bildete der Konzertmarsch „Die Sonne geht auf“.

Nach der Pause gehörte die Bühne dem NachwuX-Orchester unter der Leitung von Stefanie Daubenmerkl. Mit der Ouvertüre „Break-Up“, komponiert von Thomas Asanger, eroberten die Jungmusiker von Beginn an die Sympathien des Publikums. Eindrucksvoll intonierten sie mit „Disneys Film Favorites“, ein Arrangement von Johnnie Vinson. Dabei hatten besonders die jüngeren Gäste Arielle die Meerjungfrau, den Löwenjungen „Simba“ aus „König der Löwen“  oder „die Schöne und das Biest“ vor Augen. Mit viel Witz und Charme stellten die „NachwuX“-Moderatoren Sebastian Dorfner und Anne Winter die Stücke vor. Für die lautstark geforderte Zugabe packten die Buben und Mädchen ihre Sportklamotten und Boxhandschuhe aus, bevor sie mit „Eye of the Tiger“ rockig in den Blasmusik-Ring stiegen.

Im Blues- und Swing-Jazz-Stil meldete sich das große Orchester schwungvoll und mitreißend zurück. Leopold Schmalzl stellte als Solist an seiner Tuba im „Marching Blues“, komponiert von Hayato Hirose, sein Können unter Beweis. Auch beim anschließenden „Golden Swing Time“, arrangiert von Steve McMillan, erkannten die Zuhörer bekannte Titel wie „Hello Dolly“ oder „Mackie Messer“ wieder. Nach dem weit gefächerten, internationalen musikalischen Repertoire brachte die Polka „Ein halbes Jahrhundert“ die Anwesenden wieder zurück zur traditionellen Blasmusik. Mit dem schwungvollen Marsch „Gruß an Böhmen“, welcher den offiziellen Programmabschluss bildete, zeigten die Musiker noch einmal die ganze Bandbreite ihres Könnens, bevor sie vom Publikum mit überwältigendem Beifall zur Zugabe aufgefordert wurden.

Vorsitzender Matthias Fenk stellte dazu fest, dass es, entgegen herkömmlicher Meinung, an diesem Abend von besonderer Bedeutung für das Orchester und dem Dirigenten sei, „wenn in China ein Radl umfällt“. Grund dafür war die Chinesin Jiewen Gu, welche mit ihrem Fahrrad mit einigen Runden in der Halle die Besucher überraschte, um anschließend zusammen mit den Musikern „The Happy Cyclist“, einem Stück für Fahrradklingel und Blasorchester, zum Besten zu geben. Mit dem Deutschmeister-Regimentsmarsch endete der Konzertabend. 

Eine eindrucksvolle Vorstellung gaben die Hahnbacher Marktbläser bei ihrem Jahreskonzert.

Stehende Ovationen waren der Lohn für den Auftritt der Musiker mit Dirigent Benno Englhart.

Der 18-jährige Leopold Schmalzl beeindruckte mit einem Tuba-Solo.

Auch die NachwuXler imponierten mit ihrem Auftritt unter Stefanie Daubenmerkl.

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