Volkstrauertag darf nicht zur Pflichtveranstaltung werden

„Die Gedenkveranstaltungen dürfen nicht zu einer Pflichtübung werden“, mahnte Pfarrer Dr. Christian Schulz beim Gottesdienst anlässlich des Volkstrauertages. Das von Deutschland ausgegangene Unglück sei vielfach nicht mehr in Erinnerung und dürfe nicht vergessen werden.

Durch Verwerfungen, in denen wir leben und zunehmend nationalstaatliches Denken werde die Europäische Gemeinsamkeit in Frage gestellt. Menschenrechte scheinen nicht mehr zu gelten. Jeden Tag stünden wir in einem Kampf von Gut und Böse. Von den Menschen werde eine reale Not verursacht. Es gelte, den Herausforderungen unserer Zeit mit Geduld und Barmherzigkeit zu begegnen.

Zur anschließenden Feier am Friedensmal auf dem Kirchplatz, wo die Soldaten- und Reservistenkameradschaft und eine Abordnung der Stabsfernmeldekompanie die Ehrenwache stellten, hatten 13 Vereine und Verbände mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. Die Hahnbacher Marktbläsern eröffneten sie mit einem Choral.

Nach Gebeten des Pfarrers und Diakon Dieter Gerstacker erinnerte Bürgermeister Bernhard Lindner mit „Frieden und Freiheit, das sind die Grundlagen jeder menschenwürdigen Existenz“ an Konrad Adenauer. „Fast selbstverständlich sollte man meinen“. Dennoch müssen Menschen teilweise viel zu jung ihr Leben lassen, weil diese Grundlagen nicht beachtet würden. Neben den Opfern der beiden Weltkriege erinnerte Lindner an jene, die den Kämpfen und Gewaltausbrüchen unserer unmittelbaren Gegenwart ihr Tribut zollen.

Die Frage nach Krieg und Frieden sei aktuell geblieben. Es gehe darum, die Opfer vor dem Vergessen zu bewahren. Wenn niemand mehr an sie denkt, könne ihr Schicksal keinem mehr etwas sagen. Mit dem Volkstrauertag würden Zeichen gesetzt: Er frage danach, welche Schlüsse sich aus der Vergangenheit ziehen lassen und wo wir heute stehen. Er sei ein Gedenktag, der sich der Geschichte stellt und dafür sensibilisieren solle, jeden Menschen zu achten sowie Frieden und Freiheit hoch zu schätzen. Zu den Klängen vom „Guten Kameraden“ und der Nationalhymne legten der Bürgermeister und SRK-Vorsitzender Erich Kelsch Kränze nieder.

Mit Kränzen der SRK und der Marktgemeinde wurde der Kriegsopfer gedacht.

Die Fahnen der Vereine und Verbände gaben der Gedenkfeier einen würdigen Rahmen.

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